Hellste-Koepfe. Kreativität und Geduld – Experimentelle Radiologie.
Wir planen Wartungsarbeiten am 12. April 2010 in der Zeit von 11 bis 18 Uhr.

Essay

Kreativität und Geduld – Experimentelle Radiologie Den Alltag eines Forschers stellt sich so mancher staubtrocken und wahrscheinlich recht einsam vor. Bei Professor Dr. rer. nat. Ulrich Speck von der AG „Experimentelle Radiologie“ an der Charité Berlin (Institut Professor Hamm) ist man vor allem eines nicht: allein. Hier arbeiten Forscher unterschiedlichster berufl icher Herkunft – Humanmediziner und Tierärzte, Physiker und Chemiker oder Biologen wie Professor Speck, der sich einst über Flusskrebse habilitierte und über die Kontrastmittelforschung seinen Weg in die Radiologie fand. So vielseitig wie die Forscher sind auch die Schwerpunkte des Instituts. Ein Blick auf drei aktuelle Forschungsvorhaben:

1. Offene Hochfeld-MRT
Seit einige Firmen MRT-Apparate anbieten, bei denen der Patient nicht mehr in der Röhre liegt, sondern auf einer von allen Seiten zugänglichen Liege, wird die MRT auch für die Interventionelle Radiologie interessant. Die AG "Offene MRT" entwickelt hierfür Instrumente, die MRT-tauglich sind.

Prof. Dr. rer. nat. Speck2. Prostatabildgebung
Die Forscher arbeiten an Methoden, um mithilfe der MRT Angaben über Gefäßvolumen, Zellvolumen, Blutfl uss und Gefäßdurchlässigkeit der tumorbefallenen Prostata zu gewinnen. Die Daten dieser "pharmakokinetisch" genannten MRT geben Auskunft darüber, in welchem Krankheitsstadium die Prostata sich befindet.

3. Nanopartikel aus Eisenoxid
Die winzigen Eisenoxid-Moleküle sind ein großes Forschungsgebiet der Radiologie und zum Beispiel als MRT-Kontrastmittel zur Darstellung sehr kleiner Blutgefäße geeignet.

Team-Work Labor
Damit der Geist frei denken kann, ist auch die "Benutzeroberfläche" locker strukturiert: Wer welcher Arbeitsgruppe angehört, ist im Team nicht streng festgelegt. Jeder konzentriert sich auf ein bestimmtes Projekt, teilt aber gern, sobald die Kollegen Unterstützung brauchen. Von dieser Interdisziplinarität profitieren alle.

Wie finanziert sich das Institut?
"Hauptsächlich über Drittmittel", erklärt Professor Speck. "Und wenn langjährige Forschung in die Marktfähigkeit eines Medizinproduktes mündet, dann können wir von dem Geld aus den Lizenzverträgen und der Umsatzbeteiligung weitere Stellen finanzieren".

Und was sollte man mitbringen, um Forscher in der Radiologie zu werden?
"Kreativität, die Neigung und Fähigkeit, mit anderen Fachgebieten zusammenzuarbeiten, Freude an interessanten Problemen und etwas Geduld. Findet man ein Thema, dem nachzugehen sich lohnt, sind Einsatz und organisatorisches Geschick wichtige Voraussetzungen für den Erfolg", so Professor Speck.