Hellste-Koepfe. FAQ - Häufige Fragen zur Promotion.
Wir planen Wartungsarbeiten am 12. April 2010 in der Zeit von 11 bis 18 Uhr.

FAQ - Häufige Fragen zur Promotion
beantwortet von Dr. Diane Renz, Charité Berlin

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  • Warum überhaupt promovieren?
    • An freien Abenden und am Wochenende in ein Labor gehen, unzählige Patientenakten wälzen oder bei schönstem Wetter am Schreibtisch sitzen. Für die nicht unerheblichen Mühen und den hohen zeitlichen Aufwand, was bringt mir überhaupt eine Promotion? Mehr als zwei Drittel aller Ärzte haben ihre Doktorarbeit erfolgreich abgeschlossen; scheinbar wird in der Medizin immer noch Wert auf den Doktortitel gelegt. Ein Muss ist eine Dissertation, wenn eine akademische Karriere in einer Universitätsklinik oder einem Forschungsinstitut angestrebt wird. Aber auch bei einer Bewerbung in einem nicht-universitären Krankenhaus oder einer Praxis kann eine Promotion Vorteile gegenüber Mitbewerbern bringen. Möchten Sie sich später niederlassen, ist der „Dr. med.“ auf dem Praxisschild nicht von Nachteil; denn längst nicht alle Patienten wissen, dass der Doktortitel nicht viel über die berufliche Qualifikation aussagt, manch einer denkt vielleicht, ein Arzt/ eine Ärztin ohne „Dr. med.“ ist noch in Ausbildung. Wird eine Tätigkeit in einem nicht-kurativen Bereich – etwa in der Pharmaindustrie oder als Unternehmensberater – angestrebt, ist eine Promotion sogar noch wichtiger, denn hier wird auch von anderen Akademikern oft ein Doktortitel erwartet. Neben dem Renomée zeigt die abgeschlossene Dissertation, dass Sie selbständig arbeiten und auch größere Projekte erfolgreich abschließen können.
  • Außer dem Titel, was kann mir die Promotion sonst noch bringen?
    • Während des Medizinstudiums ist wissenschaftliches Arbeiten nur am Rande Unterrichtsstoff. Im Rahmen Ihrer Promotion lernen Sie, Literaturrecherchen durchzuführen, Fachartikel kritisch zu hinterfragen und einen zusammenhängenden Text zu verfassen; zudem kommen Sie in Berührung mit Statistik (vielleicht mehr, als manchem lieb ist) als auch mit Grafikerstellung und Bildverarbeitung. Im Prinzip muss jeder Arzt/ jede Ärztin im Job damit rechnen, Vorträge zu halten, Gutachten oder Kongressbeiträge zu erstellen, Weiterbildungen zu organisieren oder wissenschaftliche Publikationen bewerten zu können. Zudem ermöglicht die Dissertation, ein Fachgebiet näher kennen zu lernen – sich später dafür oder vielleicht auch explizit gegen das Fach zu entscheiden, Kontakte zu knüpfen, an Kongressen teilzunehmen und dort einen ersten Posterbeitrag zu zeigen oder Vortrag zu halten. Für manchen stellt die Doktorarbeit auch einen Einstieg in die weitere wissenschaftliche Karriere dar, mit sich anschließenden Studien in dem Themengebiet.
  • Wann fange ich am besten mit der Promotion an?
    • Ein guter Promotionsstart ist zu Beginn des klinischen Studienabschnittes. Von Vorteil ist, wenn die Doktorarbeit zu Beginn oder während des Praktischen Jahres fertig ist. Während des Berufes bleibt für die Dissertation meist weniger Zeit als im Studiendasein; gerade in den ersten Arbeitsmonaten stehen die Eingewöhnung in das Team, die neue berufliche Verantwortung, die ersten Nachtdienste an etc. An Universitätskliniken wird oft erwartet, dass ein Assistenzarzt/ eine Assistenzärztin schon relativ früh eigene wissenschaftliche Projekte und Doktoranden betreut; dazu sollte die eigene Promotion möglichst abgeschlossen sein. Die fertige Doktorarbeit kann übrigens bereits vor dem Ende des Medizinstudiums im Dekanat abgegeben werden; in manchen Universitäten ist auch die Verteidigung schon vor Absolvieren des letzten Staatsexamens möglich. Den Titel dürfen Sie aber in der Regel erst nach Abschluss des Medizinstudiums führen.
  • Welche Art von Promotion passt zu mir?
    • Prinzipiell gibt es fünf verschiedene Typen von Doktorarbeiten: Retrospektive oder prospektive klinische Studien, epidemiologische Untersuchungen, experimentelle Arbeiten und Literaturstudien. Bevor Sie sich für eine der vielen Möglichkeiten entscheiden, sollten Sie ehrlich zu sich sein: Streben Sie eine wissenschaftliche Karriere an? Sind Sie bereit, am Wochenende und abends im Labor zu arbeiten? Wie viel Zeit können Sie investieren? Sind Sie bereit, eventuell ein Freisemester einzuplanen? Hegen Sie Bedenken gegenüber Tierversuchen? Reizen Sie zwar zeitaufwendige, aber möglicherweise hochwertige, neue wissenschaftliche Erkenntnisse? Die allgemeingültige Antwort auf die optimale Promotion gibt es nicht; jede Doktorarbeit hat Vorteile, aber auch Nachteile. Der Vorteil von retrospektiven klinischen Promotionsstudien ist, dass sie häufig relativ zügig abgeschlossen werden können – innerhalb von ein bis zwei Jahren. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie verhältnismäßig flexibel Ihre Zeit einteilen und Vieles von zu Hause aus erledigen können. Nachteilig ist, dass Sie auf die bereits erhobenen Daten relativ wenig Einfluss nehmen können und retrospektive Arbeiten teils schlechter als beispielsweise experimentelle Studien benotet werden. Ein wesentlicher Vorteil von prospektiven Untersuchungen ist, dass Sie in die Datenerhebung aktiv eingebunden sind und deren Qualität dadurch beeinflussen können. Ein Nachteil ist, dass es lange dauern kann, eine ausreichend hohe Patientenzahl zu rekrutieren. Der Vorteil von großen epidemiologischen Studien ist die Dokumentation sehr interessanter Zusammenhänge und Ergebnisse. Nachteilig ist, dass oft eine immense Datenmenge und eine aufwendige statistische Analyse anfallen. Die experimentelle Arbeit beinhaltet das größte Risiko, aber auch die größten Chancen. Sie hat bei gutem Gelingen häufig eine sehr gute Bewertung zur Folge; sie erfordert jedoch auch viel Geduld, Durchhaltevermögen und gute Teamfähigkeit. Literaturarbeiten werden hauptsächlich in theoretischen Fächern, wie Medizinethik oder Geschichte der Medizin, angeboten. Diese Themen setzen in der Regel eine gründliche Literaturrecherche und das Lesen zahlreicher Fachartikel oder auch Originalschriften voraus, oft jedoch keine oder nur wenig Statistik. Eine realistische Selbsteinschätzung, welches Arbeiten Ihnen am besten liegt und Sie am meisten reizt, schützt vor großem Frust und einem Abbruch der Promotion.
  • Welche Möglichkeiten der Dissertation gibt es in der Radiologie?
    • In der Radiologie gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Promotionsthemen. Meist handelt es sich um retrospektive oder prospektive klinische Studien; es besteht aber auch die Möglichkeit, experimentelle Studien durchzuführen, z.B. in der molekularen Bildgebung oder im Rahmen von Tierversuchen in der interventionellen Radiologie. Auch epidemiologische Untersuchungen sind möglich, z.B. die Verbreitung einer speziellen Bildgebung in Deutschland oder der Vergleich von bestimmten Untersuchungsprotokollen an verschiedenen Standorten. Die radiologische Forschung umfasst ein großes Spektrum: Von strahlenphysikalischen Fragestellungen, Grundlagenforschung in der molekularen Bildgebung über den Einsatz eines Bildgebungsverfahrens bei einem speziellen Krankheitsbild, Vergleich verschiedener Untersuchungstechniken, MRT-Physik, Kontrastmittelstudien oder praktische Fragestellungen im Rahmen der interventionellen Radiologie. Die Forschungsmöglichkeiten in der Radiologie haben Berührungspunkte zu allen klinischen Fächern; durch die ständige Weiterentwicklung der Bildgebungsverfahren entsteht eine Vielzahl von wissenschaftlichen Fragestellungen und Promotionsthemen.
  • Wie finde ich das geeignete Promotionsthema?
    • Manche Promotionsbüros oder studentische Fachschaften besitzen Listen mit Namen von potenziellen Betreuern oder auch mit zu vergebenden Themen. Auch ist es sinnvoll, sich nach Aushängen an der Wunschklinik umzusehen. Im Internet gibt es unter www.doktorandenboerse.info die Möglichkeit, deutschlandweit nach einer Dissertation zu suchen; unsere Webseite „Hellste Köpfe“ beinhaltet eine deutschlandweite Doktorandenbörse mit radiologischen Promotionsthemen. Viele Institute bieten auf ihrer Webseite Doktorarbeiten an, so dass ein schneller Kontakt via E-Mail hergestellt werden kann. Manche Doktoranden setzen die Wahl Ihres Betreuers/ Ihrer Betreuerin an erster Stelle; so können Sie beispielsweise einen Dozenten nach einem Seminar direkt ansprechen. Eine Famulatur bietet eine gute Möglichkeit, Betreuer und Fachgebiet vorab kennen zu lernen. Die menschliche Chemie zwischen Betreuer/in und Doktorand/in sollte stimmen. Interessieren Sie sich für ein bestimmtes übergeordnetes Thema, z.B. Herz-Bildgebung, muskuloskelettale oder molekulare Radiologie, können Sie auch in der Medizindatenbank Medline der National Library of Medicine (NLM) recherchieren, wer dazu an Ihrer Universität viel publiziert hat. Als Voraussetzung muss ein Doktorvater/ eine Doktormutter habilitiert sein; der Doktorvater/ die Doktormutter ist jedoch nicht immer identisch mit dem eigentlichen Betreuer der Arbeit. Häufig wird der Doktorand/ die Doktorandin von einem nicht habilitierten Arzt/ Ärztin betreut, was nicht von Nachteil sein muss. Denn diese Betreuer haben in der Regel das Ziel zu habilitieren und sind daher an dem raschen Abschluss der Doktorarbeit interessiert. Prinzipiell ist es auch möglich, an einer anderen Universität als an der, an der Sie immatrikuliert sind, zu promovieren. Über die genauen Voraussetzungen sollten Sie sich vor Dissertationsbeginn bei dem Promotionsbüro der jeweiligen Universitäten informieren. Übrigens egal, über welches Thema Sie promovieren, es ist keine endgültige Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Fach. Sie können später in einem anderen Fachgebiet arbeiten und auch habilitieren. Zwar ist eine abgeschlossene Doktorarbeit Voraussetzung für eine Habilitation; in einem bestimmten Fach zu promovieren stellt jedoch keine Bedingung für die Habilitation in diesem Fachgebiet dar.
  • Auf was ist vor Promotionsbeginn zu achten?
    • Im ersten Gespräch mit dem Betreuer sind Art und Thema der Doktorarbeit sowie der voraussichtliche Zeitaufwand zu klären. Um einen genaueren Eindruck von dem Betreuer zu bekommen, können Sie in der Medline eine Recherche über seine bisherigen Publikationen durchführen und auch vorherige Doktoranden befragen. Zudem können Sie versuchen herauszufinden, ob der Betreuer eventuell kurz vor einem Jobwechsel steht. Vor Promotionsstart sollten Sie möglichst genau erfragen, was Ihre Aufgaben sind und in welchem Zeitrahmen Sie diese, etwa experimentelle Versuche oder Patientenrekrutierung, voraussichtlich erledigen sollen. Kann die Doktorarbeit sofort beginnen? Müssen bestimmte Voraussetzungen – z.B. Anschaffung eines Untersuchungsgerätes, Erwerb von Drittmitteln, Einstellung eines Technischen Assistenten etc. – abgewartet werden? Bei klinischen Studien ist auch wichtig zu klären, ob ein positives Votum der Ethikkommission vorliegt oder ob der Ethikantrag noch aussteht, bei experimentellen Arbeiten, ob noch Vorversuche vonnöten sind, bis die eigentliche Arbeit starten kann. Falls Sie nach dem ersten Gespräch mit dem Betreuer unsicher sind, ob Ihnen die Doktorarbeit zusagt, denken Sie lieber in Ruhe nach, bevor Sie überhastet zusagen. Für beide Seiten ist es gewinnbringender, wenn Sie wirklich von der Arbeitsweise, dem Betreuer und seinem Team sowie dem Thema überzeugt sind…
  • Welche Vorbereitungen kann ich treffen?
    • Als Einführung bieten sich die Bücher „Promotion“ von Christel Weiß und Axel Bauer oder „Mit Vollgas zum Doktor“ von Christian Schaaf an. Auf der Webseite www.medidiss.de stehen ebenfalls viele Informationen rund um das Thema „Medizinische Doktorarbeit“. Auch in der Linkliste unserer Website „Hellste Köpfe“ finden Sie hilfreiche Links zum Thema Promotion und wissenschaftliche Forschung. Mehrere Universitäten bieten zur Vorbereitung Doktorandenseminare an. Es ist sinnvoll, sich frühzeitig um die für die Promotion wichtige Computersoftware zu kümmern: Dazu zählen ein Tabellenprogramm (z.B. Excel), ein Präsentationsprogramm (etwa PowerPoint), eine Statistiksoftware (SPSS oder SAS), eine Grafiksoftware (z.B. Photoshop oder IrfanView) und eventuell ein Literaturverwaltungsprogramm (etwa Endnote). Bei vielen Universitäten können Studenten kostenlose Softwarelizenzen erhalten. Sich schon relativ früh mit Statistik zu befassen, ist von Vorteil – am besten schon zum Zeitpunkt der Datenerhebung. Außer bei Literaturstudien spielt bei eigentlich allen Doktorarbeiten die statistische Datenanalyse eine zentrale Rolle. Die meisten Universitäten bieten Kurse über SPSS oder SAS sowie kostengünstige Skripte über verschiedene Computersoftware an. Natürlich gibt es auch zahlreiche gute Computerfachbücher für den Einstieg; so liefert das SPSS-Buch von Achim Bühl einen verständlichen Überblick. Vor Promotionsstart ist es zudem sinnvoll, zusammen mit dem Betreuer ein Versuchs- bzw. Studienprotokoll zu erstellen, inklusive genauer Angaben zu Zeitplan, Studiendesign, Ein- und Ausschlusskriterien in die Studie. Mit Ihrem Betreuer bzw. Ihrem Doktorvater/ Ihrer Doktormutter haben Sie die Möglichkeit, eine so genannte Promotionsvereinbarung abzuschließen.
  • Was ist eine Promotionsvereinbarung?
    • Dabei handelt es sich um eine schriftliche Vereinbarung zwischen Promovierendem und Betreuer. Festgehalten werden kann unter anderem die genaue Fragestellung der Promotion, gegebenenfalls der Anspruch auf ein Alternativthema, auf regelmäßige Treffen, die Reihenfolge der Autoren bei einer Veröffentlichung der Daten oder eine Klausel, dass die Daten weder von dem Doktoranden noch dem Betreuer an Dritte weitergegeben werden. Darüber hinaus können der voraussichtliche Zeitaufwand, die Arbeitsbedingungen, zu ergreifende Maßnahmen bei Konflikten oder die Informationspflicht über Promotionsabbruch oder Wohnortwechsel schriftlich fixiert werden. Die getroffene Vereinbarung kann ein strukturiertes und transparentes Promovieren ermöglichen, Erwartungen konkretisieren oder auch eindämmen und Zusagen verbindlich machen. Mit einem rechtlich verbindlichen Vertrag ist eine Promotionsvereinbarung jedoch nicht vergleichbar – Absprachen aus der Vereinbarung sind nicht einklagbar. Vorzuziehen ist daher eventuell ein ehrliches Gespräch mit dem Doktorvater / der Doktormutter, unter Umständen bei Konflikten auch mit einer neutralen Person als Vermittler. Die Promotionsvereinbarung zur Unterstützung der Dissertation gilt nicht zuletzt wegen der fehlenden Rechtsbindung unter Doktoranden durchaus als umstritten, sie kann jedoch eine gewisse Sicherheit für Doktoranden und Betreuer bieten. Bei Bedarf finden Sie eine Muster-Promotionsvereinbarung z.B. bei der Promovierenden-Initiative. Diese Initiative ist ein Zusammenschluss von Doktoranden aus zwölf deutschen Förderwerken, beispielsweise der Studienstiftung des deutschen Volkes. Neben Tipps zur Promotionsvereinbarung bietet die Initiative weitere zahlreiche Infomaterialien über eine erfolgreiche Dissertation im Internet an; die Internetadresse finden Sie in unserer Rubrik Links.
  • Gibt es Möglichkeiten der Finanzierung?
    • Es besteht die Möglichkeit, ein Doktorandenstipendium zu beantragen, entweder bei der Universität direkt oder bei bestimmten Förderorganisationen, z.B. der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Es gibt auch Angebote, die Promotion in Kooperation mit Firmen oder einer Forschungseinrichtung, z.B. dem Max-Planck-Institut, eventuell gegen Bezahlung durchzuführen. Hat Ihr Betreuer etwa Kontakte in das Ausland, ist es auch möglich, einen Teil der Promotion dort zu absolvieren. Für Promotionen im Ausland bietet unter anderem der Deutsche Akademische Auslandsdienst (DAAD) Stipendien an.
  • Wann soll ich mit der Literaturrecherche beginnen?
    • Im Gegensatz zu experimentellen Arbeiten fällt die Datenerhebung bei klinischen Studien oft eher leicht. Mit der Literaturrecherche sollten Sie, sobald als möglich, anfangen. Mit einer fundierten Kenntnis der veröffentlichten Literatur können Sie etwaige Mängel bei der Datenerhebung vermeiden. Als einen leichten Einstieg in das Promotionsthema sind Lehrbücher und deutschsprachige Übersichtsartikel (Reviews) empfehlenswert. Im weiteren Verlauf kommen Sie in der Regel nicht um englischsprachige Fachliteratur herum. Als Hauptdatenbank ist natürlich die Medline zu nennen; unter „Advanced search“ und „Limits“ gibt es hilfreiche Optionen, die Suchergebnisse zu verfeinern. Die Medline bietet über „Related citations“ ähnliche Artikel zu dem gesuchten Thema (auch neueren Datums) an. Falls Sie in einem Randgebiet promovieren, zu dem die Medline nur wenige Resultate liefert, können Sie über die Unibibliothek eine Recherche bei weiteren Datenbanken, etwa DIMDI (Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information), durchführen. Mit einer einzigen Literaturrecherche ist es in der Regel nicht getan; spätestens beim Schreiben der Diskussion kommen häufig neue Aspekte auf, die eine Angabe weiterer Literaturzitate erfordern.
  • Wie fange ich am besten mit dem Schreiben der Arbeit an?
    • Ein guter Einstieg ist, sich andere Doktorarbeiten mit ähnlichen Themen anzuschauen, die eventuell bei Ihrem Betreuer geschrieben wurden. Jede Doktorarbeit gliedert sich in vier Hauptkapitel: Einleitung, Material und Methoden, Ergebnisse und Diskussion. Eine präzise Gliederung hilft, einen roten Faden zu verfolgen, sich nicht in Details zu verzetteln bzw. Unterkapitel zu vergessen. Mit dem Schreiben der Einleitung und des Methodenteils können Sie übrigens schon parallel zur Datenanalyse beginnen. Die Doktorarbeit sollte sachlich und möglichst flüssig geschrieben sein – nach neuer deutscher Rechtschreibung, mit gut gegliedertem Inhaltsverzeichnis und einheitlichem Layout. Nicht verzweifeln, wenn die erste Version nicht druckreif ist. Besser ein etwas holpriger Text zu Beginn als ein ständig weißes Blatt! Sie können den Text später jederzeit überarbeiten und in ein gutes Deutsch bringen. Am einfachsten ist es, das Literaturverzeichnis parallel zum Haupttext zu erstellen. Falls möglich, sollten Sie die Dissertation kontinuierlich fertig schreiben: Jeder Wiedereinstieg mit jedem Wiedereinlesen kostet Zeit, und je mehr Zeit vergeht, desto umfangreicher ist die verfügbare Literatur. So banal es klingt, es wird doch häufig vergessen, regelmäßige Sicherungskopien sowohl der Doktorarbeit als auch der erhobenen Daten zu erstellen.
  • Meine Motivation lässt nach…
    • Ein paar Motivationstiefs sind während einer monatelangen Promotionsarbeit normal. Für viele Probleme gibt es Lösungen und Ratgeber: Bei Statistikfragen können Sie sich etwa an einen Mitarbeiter des Instituts für Biometrie an Ihrer Universität wenden. Bei Schreibhemmungen können Anregungen von dem Betreuer weiterhelfen. Es gibt viele Ratgeber über das Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit, beispielsweise von dem bekannten italienischen Schriftsteller Umberto Eco. Fast ein Drittel der Doktoranden hat bis zum Ende des Medizinstudiums einmal, ein geringer Anteil bereits zweimal eine begonnene Promotion abgebrochen. Hauptgrund für einen Abbruch der Dissertation ist Umfragen zufolge die mangelnde Betreuung. Bei Problemen sollten Sie Ihren Betreuer offen ansprechen. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, Sie aber die Lust einfach verloren hat, vielleicht hilft es nachzudenken, wie viel Zeit, Nerven und Arbeit Sie schon in die Promotion gesteckt haben; wenn Sie die Doktorarbeit abbrechen, war das alles umsonst...
  • Die Verteidigung – was kommt auf mich zu?
    • Endlich ist die Doktorarbeit fertig. Nach dem Okay Ihres Betreuers und Doktorvaters/ Ihrer Doktormutter können Sie Ihre Dissertationsschrift im Promotionsbüro des Dekanats abgeben; dort erhalten Sie auch alle Angaben über die formalen Voraussetzungen der Abgabe. Die schriftliche Arbeit bewerten mindestens zwei habilitierte Gutachter. Die Anforderungen der Verteidigung variieren von Universität zu Universität stark: Bei manchen Fakultäten wird von Doktoranden ein wissenschaftlicher Vortrag erwartet. In anderen kommt es zu einer mündlichen Prüfung (auch Rigorosum genannt) mit in der Regel bis zu drei Prüfern. Wie sich die Gesamtnote zusammensetzt, differiert ebenfalls: In manchen Universitäten dient ausschließlich das Ergebnis der schriftlichen Arbeit als Grundlage, in anderen setzt sich die Note aus einer Kombination von schriftlicher Arbeit und mündlicher Prüfung bzw. wissenschaftlichem Vortrag zusammen. Die Noten variieren von „rite“ (bestanden) über „cum laude“ (gut; mit Lob) zu „magna cum laude“ (sehr gut, mit großem Lob) und „summa cum laude“ (ausgezeichnet, mit höchstem Lob). Nach Abgabe der Pflichtexemplare wird die Promotionsurkunde vom Dekanat ausgehändigt. Nach erfolgreichem Abschluss Ihrer Doktorarbeit in jedem Fall herzlichen Glückwunsch – Sie haben eine große Hürde hinter sich gelassen und vielleicht einen Einstieg in eine weitere wissenschaftliche Karriere gefunden…