Hellste-Koepfe. Buch des Monats Februar 2015.
Wir planen Wartungsarbeiten am 12. April 2010 in der Zeit von 11 bis 18 Uhr.

Buch des Monats Februar 2015
kommentiert von Dr. Anne Schmitz, Uniklinik Heidelberg

Atlas Klinische Neuroradiologie. Wirbelsäule und Spinalkanal

Wiesmann, M. / Linn, J. / Brückmann, H.

2014, 1. Auflage, Springer Verlag: Berlin, Heidelberg.
ISBN: 978-3-642-38108-9

 

Kurzbeschreibung

Ein sehr ausführliches Lehrbuch über die Anatomie und die unterschiedlichsten Erkrankungen des Spinalkanals und der Wirbelsäule. Es bietet in vielen Bildern Hilfestellung zur Diagnosefindung.

Zielgruppe

Der Atlas richtet sich an Assistenten und auch Fachärzte, die im Bereich Neuroradiologie oder auch generell der Bildgebung der Wirbelsäule tätig sind. Hierin finden sie ein umfangreiches Nachschlagewert über die grundlegende Anatomie und Normwerte und die diversen Erkrankungen der Wirbelsäule und des Spinalkanals.

Aufbau

Der Atlas ist in zwei Sektionen eingeteilt. Eine Anatomie-Sektion, in der viele kleinere Unterkapitel die Anatomie der knöchernen Wirbelsäule, der Bandscheiben, der Bandstrukturen, des Rückenmarkes, der Liquorzirkulation und vieles mehr sehr detailiert wiedergeben. Viele Bilder unterstützen die kurzen und prägnanten Texte. Besonders hervorzuheben ist der Teil zum MRT-Signalverhalten der Wirbelkörper und der Bandscheiben. Hier werden zu unterschiedlichen Altersstufen die unterschiedlichen Signale in den unterschiedlichen Sequenzen erläutert. In dieser ersten Sektion wird auch ausführlich auf die Normwerte für unterschiedliche Knochenabstände oder die unterschiedlichen zu verfolgenden durchgängigen Linien aufmerksam gemacht, die besonders in der Traumadiagnostik wichtig werden. Der Anatomieteil ist sehr ausführlich gehalten und dennoch auch zum schnellen Nachschlagen gut geeignet.

Die zweite Sektion enthält die Unterkapitel zu den Pathologien. Hierzu gehören Traumata, degenerative und entzündliche Erkrankungen, Tumoren, vaskuläre Erkrankungen, Fehlbildungen, metabolische Erkrankungen und spinale Zysten. Es handelt sich um einen sehr ausführlichen Teil, welcher erneut mit vielen Bildbeispielen sowohl von CT, als auch MRT und Röntgen ausgestattet ist. Im Kapitel zu den traumatischen Verletzungen ist besonders hervorzuheben, dass erneut Bezug genommen wird auf die Normwerte, welche im Teil Anatomie bereits eingeführt wurden. Außerdem werden die gängigen Klassifikationssysteme für unterschiedliche Frakturen und auch eine ausführliche Tabelle zur Einstufung einer Wirbelkörperfraktur in stabil oder instabil aufgeführt. Nach dem Studium des Kapitels bleiben keine Fragen offen zur Traumadiagnostik.

Auch die weiteren Kapitel stellen sehr ausführlich unterschiedlichste Erkrankungen dar. Es wird in jedem Unterkapitel zu jeder Erkrankung jeweils kurz die Definition, die Ätiologie, die Epidemiologie und die Bildgebung erläutert. Hier sind die Texte jeweils knapp und bringen das Wichtigste auf den Punkt. Im Unterpunkt Bildgebung wird sowohl die häufigste Lokalisation der Erkrankung in der Wirbelsäule angegeben, als auch die unterschiedlichen Erscheinungsformen im CT, Röntgen und MRT. Es wird jeweils kurz erläutert, welche Details zu erkennen sind und was zu beachten ist. Abschließend werden zu jeder Erkrankung die Klinik und auch mögliche Differentialdiagnosen erläutert. Der übersichtliche Aufbau erleichtert die Arbeit mit dem Buch enorm.

Didaktik

Der Atlas ist sehr übersichtlich aufgebaut und beginnt zuerst mit dem Wichtigsten: den Grundlagen der Anatomie. Erst wenn der Leser diese verinnerlicht hat, kann er die folgenden Kapitel über die Erkrankungen besser verstehen. Es gibt viele kleine Unterkapitel, welche sich mit unterschiedlichen Erkrankungen befassen und diese in kurzen Texten und viele Bildbeispielen erläutern. Die Texte zu den Erkrankungen sind kurz gehalten und enthalten nur das Wichtigste. Es gibt keine langen Fließtexte, was das Lesen des Buches vereinfacht. Besonders hilfreich ist die jeweilige Gegenüberstellung von Erscheinungsbild im Röntgenbild, im CT und im MRT der unterschiedlichen Erkrankungen. Der Leser kann hier direkt sehen, wie sich die vermutete Erkrankung in den anderen bildgebenden Verfahren darstellt und ggf. unmittelbar die bereits durchgeführten Untersuchungen dahingehend überprüfen. 

Preis

Der gebundene Atlas kann online bei Springer für 249€ erworben werden. Es ist außerdem eine eBook-Version für 194,99€ erhältlich.

Fazit

Insgesamt kann man sagen, dass der Begriff „Atlas“ etwas irreführend ist, da das Buch nicht nur Bilder beinhaltet, sondern auch sehr viel Text. Es handelt sich daher eher um ein Lehrbuch mit vielen Abbildungen. Das Buch ist sehr stringent aufgebaut und bietet eine Fülle an Wissen in kurzen Texten und guten Bildbeispielen. Die Anatomie wird ganz zu Anfang ausführlich behandelt und die wichtigsten Erkrankungen im Verlauf hervorragend vorgestellt. Der „Atlas“ ist eine sehr gute Hilfe in der Bildgebung und Diagnostik der Wirbelsäule und des Spinalkanals und sollte in jeder Klinik-Bibliothek zu finden sein.

 

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